# ResearchGate und Academia.edu zitieren: Finder, nicht Verlag

> ResearchGate zitieren und Academia.edu zitieren in der Abschlussarbeit: wann die Plattform nur die Suche ist, wann das Author Manuscript zählt, und warum du Journal, Verlag oder Repositorium nennst — nicht ResearchGate.

Acurio · 2026-09-22 · ResearchGate, Academia.edu, Zitieren, Author Manuscript, Abschlussarbeit

**ResearchGate zitieren** und **Academia.edu zitieren** sind die Suchanfragen, unter denen dieser Beitrag landet — und fast immer die falsche Frage. Die richtige lautet: *Was habe ich eigentlich in der Hand?* Ein Zeitschriftenartikel, den die Plattform nur ausspielt? Ein **Author Manuscript** nach Peer Review, aber vor dem Verlagslayout? Ein privates PDF ohne DOI, das sonst nirgends liegt? ResearchGate und Academia.edu sind in der Abschlussarbeit fast immer die **Entdeckungsschicht**, nicht der zitierfähige Record. Wer "ResearchGate" als Verlag schreibt, signalisiert: hat den Unterschied nicht gesehen.

Die Beispiele unten sind erfunden und nur zur Form da — eine Keller-Studie in einem Journal, ein Meier-Author-Manuscript, ein Hofmann-Upload ohne Nachweis. Übernimm die Struktur, nicht die Namen.

Verwandte Fälle, die hier nicht noch einmal ausgebreitet werden: welche Fassung eines Papers du vorziehst, steht unter [Open Access vs. Paywall](https://acurio.ch/blog/open-access-vs-paywall-quellen); was ein Preprint ist und wann er reicht, unter [Preprints zitieren](https://acurio.ch/blog/preprints-zitieren); wie du Peer Review überhaupt erkennst, unter [Peer Review erkennen](https://acurio.ch/blog/peer-review-erkennen). Hochschulschriften haben einen eigenen Beitrag zum [Dissertation zitieren](https://acurio.ch/blog/dissertation-zitieren). Reports und Working Papers gehören zur [grauen Literatur](https://acurio.ch/blog/graue-literatur-zitieren).

## Die Plattform ist der Finder, nicht der Verlag

ResearchGate und Academia.edu sind Netzwerke. Autorinnen legen ein Profil an, laden PDFs hoch, beantworten Full-text-Requests, sammeln Follower. Das ist nützlich für die Recherche: Du findest eine Studie, die hinter der Paywall steckt, oder merkst, dass dieselbe Gruppe schon eine akzeptierte Fassung geteilt hat. Es ist **kein** Publikationsweg.

Drei Rollen, die Studierende vermischen:

- **Entdeckung.** Google Scholar, die Bibliothek, ResearchGate, Academia.edu — alles Orte, an denen du *hinkommst*. Der Ort der Entdeckung gehört nicht automatisch ins Literaturverzeichnis.
- **Record.** Journal, Band, Heft, Seiten, DOI; oder das Hochschulrepositorium mit Handle; oder der Verlag mit ISBN. Das ist, was eine Aussenstehende in fünf Jahren noch findet.
- **Datei.** Das PDF, das du gelesen hast. Es kann die Version of Record sein, das Author Accepted Manuscript oder ein undatiertes Scan. Die Datei allein sagt nicht, *was* du zitierst.

**ResearchGate Quelle Abschlussarbeit** heisst deshalb fast nie: Eintrag mit Publisher *ResearchGate*. Es heisst: Du bist über die Plattform an einen Text gekommen und musst jetzt den Record dahinter rekonstruieren. Dieselbe Logik gilt für Academia.edu — oft noch unübersichtlicher, weil der Volltext hinter einer Registrierung sitzt und die Landingpage wie eine zitierfähige Website wirkt.

Was die Plattform **nicht** ist:

- kein Journal (auch wenn oben "Citations" und ein Journalname stehen);
- kein Repositorium im Sinn von ZORA, OPUS oder der ETH Research Collection;
- kein Peer-Review-Siegel. Ein Upload auf ResearchGate ist so begutachtet wie der Ordner auf dem Desktop der Autorin. Ob der *Inhalt* peer-reviewed ist, steht in der Zeitschrift, nicht auf dem Profil. Die Prüfung dafür liegt im Beitrag zum [Peer Review erkennen](https://acurio.ch/blog/peer-review-erkennen).

Die praktische Konsequenz: Im Verzeichnis erscheinen Journal, Verlag oder Repositorium. ResearchGate und Academia.edu bleiben der Weg, auf dem du das PDF gefunden hast — so wie "über Google Scholar" auch nicht in die Klammer kommt.

## Version of Record, Author Manuscript, privates PDF

Fast jedes Paper existiert in mehreren Fassungen. Auf ResearchGate liegen sie oft nebeneinander, schlecht beschriftet. Wer die Fassung nicht benennt, produziert Falschzitate: andere Seitenzahlen, andere Formulierungen, manchmal andere Zahlen.

- **Version of Record (VoR).** Die verlagsseitig gesetzte, endgültige Fassung mit stabiler DOI. Goldstandard. Wenn sie existiert, zitierst du *sie* — unabhängig davon, ob du die Datei über den Uni-VPN, Unpaywall oder ResearchGate bekommen hast.
- **Author Accepted Manuscript (AAM), oft "Author Manuscript" oder Postprint.** Nach Peer Review, vor dem Verlagslayout. Typisch für den grünen Open-Access-Weg. Der Inhalt ist in der Regel derselbe wie die VoR, die Paginierung nicht. **Author Manuscript zitieren** heisst: Status kennzeichnen *oder* — sobald die VoR da ist — die VoR zitieren und das AAM nur als Lesefassung behalten.
- **Author's original / Preprint.** Vor dem Review. Das ist kein ResearchGate-Spezialfall; die Regeln stehen unter [Preprints zitieren](https://acurio.ch/blog/preprints-zitieren). Ein auf ResearchGate hochgeladenes Preprint bleibt ein Preprint, auch wenn die Plattform "Article" schreibt.
- **Privates oder mitgliedergesperrtes PDF.** Full-text request, "private full-text", Datei nur in deinem Download-Ordner. Für Dritte nicht auffindbar. In den meisten Fächern **kein** Beleg.

Die Reihenfolge, die in der Korrektur trägt:

1. Existiert eine VoR mit DOI? → Journalartikel (oder Kapitel, oder Buch), DOI, kein ResearchGate.
2. Existiert nur ein AAM, aber die VoR ist nachgewiesen (Journal, DOI, noch hinter Paywall)? → Du darfst das AAM *lesen*; ins Verzeichnis gehört der Record der VoR. Seitenangaben: die der gelesenen Fassung, und im Zweifel die Stelle so wählen, dass sie in der VoR wiederzufinden ist — oder die VoR beschaffen.
3. Existiert wirklich nur das Manuskript, ohne Journal? → Status setzen (unveröffentlicht / accepted manuscript), stabile Adresse, und ehrlich bleiben: das ist graue Literatur, oft zu schwach für eine Kernthese.
4. Existiert nur ein Login-PDF? → nicht zitieren.

"Was du gelesen hast, das zitierst du" bleibt richtig — es heisst nicht "häng die Download-URL an". Es heisst: nimm die bibliographischen Daten der Fassung, die den Claim trägt, und den persistenten Identifikator, über den andere dieselbe Fassung finden.

## DOI zuerst auflösen — dann erst den Eintrag tippen

Der Klassikerfehler ist die ResearchGate-Landing-URL im Verzeichnis: `https://www.researchgate.net/publication/123456789_…`. Die Seite verschiebt sich, der Upload verschwindet, der Connector hat die DOI verschluckt. APA 7, Harvard und die Deutsche Zitierweise wollen den Record, nicht den Discovery-Link.

Bevor du eine Zeile schreibst:

1. **DOI auf der Plattform suchen.** Viele RG- und Academia-Seiten zeigen sie klein unter dem Titel oder im "Citations"-Kasten. Nicht die interne Publication-ID — die ist keine DOI.
2. **doi.org öffnen.** `https://doi.org/10.…` muss auf die Verlags- oder Repositoriumsseite auflösen, nicht auf eine tote Landingpage. Wie DOI, ISBN und ISSN ins Verzeichnis gehören, steht unter [DOI, ISBN, ISSN](https://acurio.ch/blog/doi-isbn-issn-quellenangabe).
3. **Titel in Anführungszeichen** bei Crossref, OpenAlex oder Google Scholar. Scholar klebt oft Preprint, AAM und VoR aneinander — genau deshalb klickst du durch, statt den ersten Treffer zu übernehmen.
4. **Bibliothekskatalog**, wenn nichts Digitales kommt (swisscovery, DNB). Manche Uploads sind gescannte Aufsätze aus Heften, die eine DOI erst später oder nie bekommen haben.

Findest du die DOI, gehört `https://doi.org/…` ans Ende des Eintrags — nicht `researchgate.net`, nicht `academia.edu`. Harvard-Blätter wollen bei wackligen Online-Quellen oft ein Abrufdatum; bei einer auflösenden DOI verzichtet APA 7 darauf. Folge dem Merkblatt.

Die Existenzprüfung (löst der Identifikator auf, passen Autor, Titel, Jahr) ist dieselbe wie bei jeder anderen Angabe. Die Reihenfolge steht unter [Quellenangaben prüfen](https://acurio.ch/blog/quellenangaben-pruefen).

> **Beispiel:** So sieht ein Verzeichnis mit erfundenen und falsch zugeordneten Einträgen im Check aus. [Beispiel-Zitat prüfen →](https://app.acurio.ch/quick-check?lang=de&sample=1&utm_source=blog&utm_medium=body_cta&utm_campaign=researchgate-academia-zitieren)

## So sieht der Beleg aus

Unabhängig vom Stil leistet ein sauberer Eintrag fünf Dinge: Autorin, Jahr, Titel, **Trägermedium** (Journal / Verlag / Repositorium / unveröffentlichtes Manuskript), plus der Nachweis, über den man den Text findet. Fehlt das Medium, sieht die Studie aus wie eine Website. Steht dort ResearchGate, obwohl ein Journal existiert, ist der Eintrag falsch — nicht unvollständig.

Die erfundenen Vorlagen unten. Übernimm nur die Form.

### APA 7 — VoR, gefunden über ResearchGate

**Im Text** wie jede andere Autor-Jahr-Quelle:

> Digitale Aufsicht verschiebt Verantwortung in die Dokumentation, nicht aus ihr heraus (Keller, 2023, S. 47).

**Im Literaturverzeichnis** — Journal, nicht die Plattform:

> Keller, S. (2023). Digitale Aufsicht in der stationären Pflege. *Journal of Care Studies, 12*(3), 41–58. https://doi.org/10.1234/jcs.2023.00000

Kein "ResearchGate" nach dem Titel. Keine Profil-URL. Die DOI der VoR reicht. Wenn du das PDF auf ResearchGate heruntergeladen hast, ändert das den Eintrag nicht.

### APA 7 — Author Manuscript, VoR existiert

Du hast die akzeptierte Fassung gelesen, die VoR ist nachgewiesen. Standard in DACH-Arbeiten: **VoR zitieren**. Das AAM ist deine Lesekopie.

Nur wenn dein Merkblatt ausdrücklich die gelesene Fassung verlangt *und* du Unterschiede diskutierst, bleibt das Manuskript daneben stehen:

> Meier, L. (2024). Schichtpläne und dokumentierte Aufsicht [Author accepted manuscript]. *Social Policy Review*. https://doi.org/10.1234/spr.2024.00000

APA 7 setzt den Status in eckige Klammern hinter den Titel. `[Author accepted manuscript]` oder `[Accepted manuscript]` sind üblich; misch die Sprachen nicht in derselben Liste. Sobald Band, Heft und Seiten der VoR feststehen, gehören *die* in den Eintrag, nicht die Manuskriptpaginierung allein.

### APA 7 — PDF ohne Journal, ohne DOI

Nur der Restfall, und nur wenn dein Lehrstuhl unveröffentlichte Manuskripte zulässt:

> Hofmann, A. (2024). *Digitale Dokumentation in der Spitex* [Unpublished manuscript]. https://www.researchgate.net/publication/000000000_digitale-dokumentation-spitex

Das ist der Eintrag, den Prüfende nachfragen. Er sagt: es gibt keinen Record ausser dieser Plattform. Für eine Kernthese ist das in den meisten Fächern zu wenig. Für einen lokalen Hinweis ("an diesem Institut kursiert ein Entwurf") kann es reichen — wenn das Merkblatt das hergibt.

### Harvard

Harvard-Varianten unterscheiden sich zwischen Unis stärker als APA. Die Reihenfolge bleibt: Autorin, Jahr, Titel, *Journal oder Status*, Nachweis.

**VoR:**

> Keller, S. (2023): Digitale Aufsicht in der stationären Pflege. Journal of Care Studies, 12(3), S. 41–58. https://doi.org/10.1234/jcs.2023.00000

Oder näher an der britischen Form:

> Keller, S. (2023) 'Digitale Aufsicht in der stationären Pflege', *Journal of Care Studies*, 12(3), pp. 41–58. Available at: https://doi.org/10.1234/jcs.2023.00000 (Accessed: 22 September 2026).

**Author Manuscript**, nur wenn die VoR fehlt oder du die Fassung ausdrücklich kennzeichnest:

> Meier, L. (2024): Schichtpläne und dokumentierte Aufsicht. Author accepted manuscript. Social Policy Review. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1234/spr.2024.00000 (Zugriff: 22.09.2026).

Nicht: `ResearchGate` an der Verlagsstelle. Ein Abrufdatum verlangen viele Harvard-Blätter bei Online-Quellen; bei einer DOI ist es überflüssig, solange dein Leitfaden nicht darauf besteht.

Die Detailregeln für Klammern, Doppelpunkte und das Wort *available at* liegen in der Anleitung zur [Harvard-Zitierweise](https://acurio.ch/blog/harvard-zitierweise). APA sitzt in [APA 7 zitieren](https://acurio.ch/blog/apa-7-zitieren-anleitung). Welches System dein Lehrstuhl will, steht im [Vergleich der Zitierstile](https://acurio.ch/blog/zitierstile-vergleich).

### Deutsche Zitierweise (Fussnote)

In Geschichte, Jura, Theologie und vielen Geisteswissenschaften steht der Beleg in der Fussnote. Die **erste Nennung** ist ein Vollbeleg. ResearchGate kommt dort nicht als Verlag vor.

**Erstbeleg, VoR:**

> ¹ Sofia Keller: Digitale Aufsicht in der stationären Pflege, in: Journal of Care Studies 12 (2023), S. 41–58, hier S. 47.

Mit DOI, wenn dein Leitfaden Online-Nachweise in der Fussnote will:

> ¹ Sofia Keller: Digitale Aufsicht in der stationären Pflege, in: Journal of Care Studies 12 (2023), S. 41–58, https://doi.org/10.1234/jcs.2023.00000, hier S. 47.

**Kurzbeleg** später:

> ² Keller: Digitale Aufsicht in der stationären Pflege, S. 52.

**Im Literaturverzeichnis:**

> Keller, Sofia: Digitale Aufsicht in der stationären Pflege, in: Journal of Care Studies 12 (2023), S. 41–58.

Unveröffentlichtes Manuskript — nur mit Erlaubnis, und dann ausdrücklich:

> Hofmann, Anna: Digitale Dokumentation in der Spitex, unveröffentlichtes Manuskript, 2024, https://www.researchgate.net/publication/000000000_digitale-dokumentation-spitex.

Eine Hochschulschrift, die jemand auf Academia.edu gespiegelt hat, bleibt eine Dissertation: Hochschule, Jahr, Repository oder DOI — nicht "Academia.edu". Das Muster steht unter [Dissertation zitieren](https://acurio.ch/blog/dissertation-zitieren).

## Wann du ein ResearchGate-only-Upload *nicht* zitierst

Die Plattform macht es leicht, jede Datei wie eine Quelle zu behandeln. Vier Fälle, in denen du es lässt — oder mindestens eine andere Fassung suchst.

**Niemand ausser dir kommt an den Text.** Full-text request, privater Upload, Academia-Paywall, Datei aus dem Messenger. Auffindbarkeit ist die Mindestanforderung an eine Quelle. Was nur in deinem Download-Ordner liegt, ist kein Beleg.

**Die VoR existiert, und du tust so, als wäre das AAM das Journal.** Andere Seiten, andere Abstracts, gelegentlich korrigierte Zahlen nach dem Review. Wer Keller 2023 im Text als Zeitschriftenartikel führt, aber die Manuskriptpaginierung ohne Band und Heft angibt, fällt in der Stichprobe auf.

**Unklarer Ursprung.** Uploads ohne Autorin, ohne Datum, ohne Journal, oder ein Scan, den nicht die Autorin selbst abgelegt hat. ResearchGate prüft das nicht. Ein dritter Account kann fremde PDFs spiegeln. Ohne Record behandelst du die Datei wie ein Gerücht.

**Dein Leitfaden schliesst unveröffentlichte Manuskripte aus.** Viele Merkblätter erlauben Preprints mit Kennzeichnung und verbieten "sonstige Internet-PDFs". Ein RG-Upload ohne Journal fällt in die zweite Schublade. Im Zweifel eine Zeile an die Betreuung, nicht ein stiller Eintrag mit Publisher ResearchGate.

Was bleibt, wenn du die Studie trotzdem brauchst: Autorin anschreiben, Fernleihe, Unpaywall, Hochschulrepositorium. Die Plattform hat dir den Namen gegeben. Der Name reicht, um den Record zu finden. Findest du keinen, ist die Aussage für die Abschlussarbeit in den meisten Fächern nicht tragfähig — dasselbe Prinzip wie bei jedem anderen Stück [grauer Literatur](https://acurio.ch/blog/graue-literatur-zitieren), nur ohne den institutionellen Absender einer WHO oder eines Bundesamts.

Internetseiten ohne DOI haben eigene Pflichtfelder (Abrufdatum, Träger); die stehen unter [Internetquellen zitieren](https://acurio.ch/blog/internetquellen-zitieren). ResearchGate ist der Fall, in dem du diese Felder gerade *nicht* brauchen solltest, weil dahinter fast immer ein Journal oder ein Repositorium liegt.

## Zotero: die Landingpage aufräumen

Der Connector auf einer ResearchGate- oder Academia-Seite ist der häufigste Grund für kaputte Einträge. Zotero liest, was die Seite anbietet — und die Seite bietet sich selbst an.

Typische Fallen:

- **Falscher Typ.** *Webpage* oder *Attachment* statt *Journal Article*, *Conference Paper* oder *Thesis*. APA setzt dann Titel und URL wie eine Website; Harvard hängt "ResearchGate" als Publisher an.
- **Publisher = ResearchGate / Academia.edu.** Feld leeren, sobald ein Journal oder Verlag existiert. Bei einer echten Hochschulschrift gehört die Hochschule ins University-Feld, nicht die Plattform.
- **Fehlende DOI.** Die Publication-ID in der URL ist keine DOI. Rechtsklick → Metadaten per DOI/ISBN abrufen, sobald du die DOI auf doi.org verifiziert hast.
- **URL = Profil- oder Publication-Link.** Ersetzen durch `https://doi.org/…`. Die RG-URL darfst du höchstens ins Extra-Feld oder als Dateianhang behalten, wenn du nachvollziehen willst, *wo* du das PDF gefunden hast. Ins gerenderte Verzeichnis gehört sie nicht.
- **Datum = Upload- oder "last updated"-Jahr.** Nimm das Erscheinungsjahr der VoR oder das Jahr auf dem Manuskript, nicht den Tag, an dem jemand die Datei hochgeladen hat.
- **Autor = Profilname oder die Plattform.** Manche Seiten setzen den account-inhaber über die Artikelautorinnen. Abgleich gegen die erste PDF-Seite.

Der saubere Ablauf, der die Fallen umgeht:

1. DOI finden und auf doi.org auflösen.
2. In Zotero **Eintrag per Identifikator** (Zauberstab) — nicht "Webseite speichern".
3. PDF an *diesen* Eintrag hängen. Den Webpage-Geistereintrag von der Landingpage löschen, nicht umbenennen.
4. Typ, Journal, Seiten, DOI gegen die erste PDF-Seite und die Verlagsseite halten.

Wenn wirklich kein Identifikator existiert und dein Merkblatt das Manuskript zulässt: Typ *Manuscript* oder *Preprint*, Extra-Feld mit Status, URL der auffindbaren Fassung. Nicht *Webpage* mit Publisher ResearchGate — das formatiert jeder Stil anders falsch.

Mehr Workflow, ohne diesen Spezialfall zu wiederholen, steht unter [Zotero-Workflow-Tipps](https://acurio.ch/blog/zotero-workflow-tipps).

## Checkliste vor der Abgabe

Geh das Verzeichnis einmal nur auf Plattform-Spuren durch — nicht auf Kommas, auf Publisher und URL.

- [ ] Kein Eintrag trägt **ResearchGate** oder **Academia.edu** als Verlag, ausser es gibt nachweislich keinen anderen Record — und dann ist der Status *unpublished* / *manuscript* gesetzt.
- [ ] Jede Studie, die in einem Journal erschienen ist, hat **Journal, Jahrgang, Seiten, DOI**. Die RG-Landing-URL ist weg.
- [ ] Author Manuscripts sind entweder durch die **VoR** ersetzt oder als Accepted manuscript gekennzeichnet. Keine stillen Mischungen aus Manuskriptseiten und Journalnamen.
- [ ] PDF-only-Uploads ohne DOI hast du in Crossref, OpenAlex und im Katalog gesucht. Was unauffindbar bleibt, fliegt — oder wird ehrlich als unveröffentlichtes Manuskript geführt, wenn das Merkblatt das erlaubt.
- [ ] Zotero-Typ ist Journal Article / Thesis / Manuscript, nicht Webpage. DOI-Feld gefüllt, sobald eine DOI existiert.
- [ ] Paginierung aus der **gedruckten** Fassung bzw. der VoR, nicht die Viewer-Zahl 1, 2, 3 des heruntergeladenen Scans.

Ob die Zeilen überhaupt existieren und zusammenpassen, prüfst du wie jede andere Quellenangabe — die Reihenfolge steht unter [Quellenangaben prüfen](https://acurio.ch/blog/quellenangaben-pruefen). Der Rest ist die inhaltliche Frage: steht auf der Seite, die du angibst, wirklich der Satz, den dein Text behauptet? Dafür ist der [Literaturverzeichnis-Check](https://acurio.ch/literaturverzeichnis-pruefen) der Einstieg, und [Acurio](https://acurio.ch/) gleicht die Belegstelle gegen den hochgeladenen Volltext ab. Gerade Author Manuscripts und VoR-PDFs weichen an genau den Stellen ab, die du zitierst.

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ResearchGate und Academia.edu sind gute Suchwege und schlechte Verlage. Wer die Entdeckung von Journal, Repositorium und privatem PDF trennt, die DOI zuerst auflöst und den Zotero-Connector nicht die Landingpage schreiben lässt, hat den Teil erledigt, den Korrektorinnen zuerst anstreichen. Was bleibt, ist die Fassung, die du gelesen hast — und ob sie das hergibt, was dein Text behauptet.


## Häufige Fragen

### Darf ich ResearchGate oder Academia.edu als Verlag ins Literaturverzeichnis schreiben?

In der Regel nein. ResearchGate und Academia.edu sind Entdeckungs- und Profilplattformen, keine Verlage. Steht das Paper in einer Zeitschrift, einem Sammelband oder einem Hochschulrepositorium, zitierst du Journal, Verlag oder Repositorium plus DOI. ResearchGate als Publisher setzt du nur, wenn wirklich nichts anderes existiert — und selbst dann ist die Quelle für eine zentrale Aussage oft zu schwach.

### Wie zitiere ich ein Author Manuscript, das ich auf ResearchGate gefunden habe?

Zuerst die Version of Record suchen: DOI auf der Profilseite, dann doi.org, Crossref oder OpenAlex. Existiert die Verlagsfassung, zitierst du die — Journal, Jahrgang, Seiten, DOI — auch wenn du das Author Accepted Manuscript gelesen hast. Fehlt die VoR, kennzeichnest du den Status (Accepted manuscript / unveröffentlichtes Manuskript) und nimmst die stabile Adresse der Fassung, nicht die ResearchGate-Landingpage als Verlag.

### Was mache ich mit einem PDF auf ResearchGate, das keine DOI hat?

Titel und Autorin exakt in Crossref, OpenAlex, Google Scholar und im Bibliothekskatalog suchen. Viele Uploads sind die Verlags-PDF ohne mitgeschriebene DOI. Findest du Journal plus DOI, gehört genau das ins Verzeichnis. Bleibt nur ein privates oder mitgliedergesperrtes PDF ohne Nachweis, zitierst du es in den meisten Fächern nicht — das ist keine auffindbare Quelle.

### Ist Academia.edu dasselbe wie ein Hochschulrepositorium?

Nein. ZORA, OPUS, ETH Research Collection oder die DNB sind institutionelle Nachweise mit Handle oder URN. Academia.edu ist ein kommerzielles Netzwerk: Profil, Upload, Paywall um den Volltext. Dieselbe Logik wie bei ResearchGate — die Plattform zeigt dir die Datei, sie ist nicht der citable Record. Eine Hochschulschrift zitierst du als Dissertation im Repositorium, nicht als Academia-Upload.

### Warum zieht Zotero von ResearchGate oft die falschen Metadaten?

Der Connector liest die Landingpage und legt häufig eine Webpage mit Publisher ResearchGate an, URL researchgate.net, ohne DOI, manchmal mit dem Upload-Datum statt des Erscheinungsjahrs. Hol die Metadaten per DOI nach, stell den Typ auf Journal Article (oder Thesis/Manuscript), lösch ResearchGate aus dem Verlagsfeld und setz https://doi.org/… statt der Profil-URL.

### Wann soll ich ein ResearchGate-PDF gar nicht zitieren?

Wenn Dritte den Text nicht finden können (Full-text request, Login-Mauer, Datei nur bei dir), wenn unklar ist, wessen Upload das ist, wenn eine VoR mit anderen Zahlen existiert und du die alte Fassung als Journal ausgibst, oder wenn dein Lehrstuhl unveröffentlichte Manuskripte ausschliesst. Dann ist ResearchGate ein Hinweis, wo du weitersuchen sollst — nicht die Quelle.

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Source: https://acurio.ch/blog/researchgate-academia-zitieren
