# Abschliessende Arbeit und VWA: Quellen richtig belegen

> Die ABA hat die VWA abgelöst und ist bis 2028/29 freiwillig. Was sich beim Belegen geändert hat, was gleich blieb, und wie du deine Quellen vor der Abgabe prüfst.

Acurio · 2026-07-27 · Abschliessende Arbeit, VWA, Matura, Österreich

Im März sass Elias mit seiner Betreuungslehrerin zusammen, drei Wochen vor der Abgabe seiner abschliessenden Arbeit über Mikroplastik in Fliessgewässern. Sie ging das Quellenverzeichnis durch, blieb bei einer Studie hängen und sagte einen Satz, den er nicht erwartet hatte: "Die kenne ich nicht, und ich arbeite seit zwölf Jahren in dem Thema." Sie suchte den Titel. Nichts. Elias hatte ihn im November aus einer KI-Rechercheliste übernommen und nie geöffnet.

Die Form der Matura-Arbeit hat sich geändert. Die Frage, ob deine Quellen halten, hat sich nicht geändert.

Dieser Artikel klärt beides: was mit der Umstellung von der VWA auf die abschliessende Arbeit tatsächlich neu ist, und wie du dein Quellenverzeichnis vor der Abgabe absicherst.

**Kurz zusammengefasst:** Die abschliessende Arbeit hat die vorwissenschaftliche Arbeit mit dem Maturajahrgang 2024/25 abgelöst. Neu sind die zugelassenen Formen: neben der schriftlichen Arbeit auch forschende, gestalterische und künstlerische Zugänge. Vom Haupttermin 2026 bis 2028/29 ist die Arbeit freiwillig, ersatzweise ist eine zusätzliche Klausur oder mündliche Prüfung möglich. An der Pflicht, fremde Aussagen nachvollziehbar zu belegen, ändert das nichts.

## Was sich geändert hat

| | VWA (bis Jahrgang 2023/24) | Abschliessende Arbeit (ab 2024/25) |
|---|---|---|
| Form | schriftliche Arbeit | schriftlich, forschend, gestalterisch oder künstlerisch |
| Beispiele | klassische Textarbeit | zusätzlich Podcast, Videoreportage, künstlerische Umsetzung |
| Präsentation | Präsentation und Diskussion | Präsentation und Diskussion, maximal 25 Minuten |
| Verpflichtend | ja | vom Haupttermin 2026 bis 2028/29 wählbar |
| Quellenpflicht | ja | unverändert ja |

Die letzte Zeile ist der Punkt, um den es hier geht. Die Umstellung hat die Formenvielfalt erweitert, nicht die Anforderung an die Belegführung gesenkt.

**Praktisch heisst das:** Wenn du einen Podcast statt eines Textes abgibst, verschwinden deine Quellen nicht, sie wandern in ein Begleitdokument und in die Shownotes. Was belegt werden muss, bleibt gleich.

Am schnellsten siehst du den Stand deiner Quellen mit einem Durchlauf über das ganze Verzeichnis: [kostenlos prüfen, ohne Anmeldung](https://app.acurio.ch/quick-check?lang=de&utm_source=blog&utm_medium=body_cta&utm_campaign=abschliessende-arbeit-vwa-zitieren).

## Die Wahlmöglichkeit bis 2028/29

Vom Haupttermin 2026 bis einschliesslich zum Schuljahr 2028/29 kannst du statt der abschliessenden Arbeit eine weitere Klausur oder eine weitere mündliche Prüfung wählen. Das ist eine echte Entscheidung, keine Formalie.

Wofür die Arbeit spricht:

- Du arbeitest über Monate an einem selbst gewählten Thema, in deinem Tempo.
- Die Note entsteht nicht an einem einzigen Prüfungstag.
- Du übst genau das, was im Studium danach erwartet wird.

Wofür die zusätzliche Prüfung spricht:

- Kein monatelanges Projekt neben dem regulären Unterricht.
- Klar abgegrenzter Stoff statt offener Recherche.
- Kein Risiko, an der Belegführung zu scheitern.

Der dritte Punkt auf der rechten Seite ist ehrlicher, als er klingt. Wer noch nie wissenschaftlich gearbeitet hat, unterschätzt regelmässig, wie viel Zeit sauberes Belegen kostet. Wenn du dich für die Arbeit entscheidest, plane diese Zeit von Anfang an ein, statt sie am Ende zu suchen.

## Was eine zitierwürdige Quelle ist

Für den schulischen Bereich in Österreich gilt eine klare Linie, die das Bildungsministerium für Diplomarbeiten an berufsbildenden Schulen ausformuliert hat und die sinngemäss auch hier trägt.

**Nicht zitierwürdig:**

- Populärliteratur, etwa Romane und Boulevardzeitungen
- allgemeine Lexika
- private Webpräsenzen
- Arbeiten anderer Schülerinnen und Schüler

**Zitierwürdig:** Texte aus Bildungseinrichtungen, Universitäten und Fachhochschulen, weil sie seriös, genau und nachweisbar sind.

Für Internetquellen gibt es eine Prüfliste: Wer ist Autor, welche Fachkenntnis liegt vor, wie aktuell ist die Seite, wer betreibt den Server, ist die Ausrichtung wissenschaftlich oder kommerziell, sind die eigenen Quellen belegt, und wie ist die formale Qualität.

Zu Wikipedia: als Einstieg in ein Thema brauchbar, als Beleg in den meisten Fächern nicht. Die Regel und die Ausnahmen stehen unter [Wikipedia als Quelle](https://acurio.ch/blog/wikipedia-als-quelle). Für Reports und Behördenpublikationen gilt [graue Literatur zitieren](https://acurio.ch/blog/graue-literatur-zitieren).

## Themenwahl und Quellenlage

Ein Thema, zu dem es keine zugängliche Literatur gibt, wird kein gutes, egal wie interessant es klingt. Die Quellenlage gehört deshalb in die Themenwahl, nicht erst in die Recherchephase.

Ein Test, der zehn Minuten dauert: Such dein geplantes Thema in Google Scholar und im Katalog deiner Landesbibliothek. Findest du vier bis fünf zugängliche Fachtexte, trägt das Thema. Findest du nur Zeitungsartikel und Blogbeiträge, engst du es entweder anders ein oder du wählst ein anderes.

Zwei Fallen dabei:

- **Zu aktuell.** Ereignisse der letzten Monate sind noch nicht in Fachliteratur angekommen. Es gibt Berichterstattung, aber keine zitierwürdigen Quellen.
- **Zu lokal.** Ein Thema aus deiner Gemeinde ist reizvoll, aber wenn niemand darüber publiziert hat, bleiben dir nur eigene Erhebungen. Das ist machbar, aber deutlich mehr Arbeit.

## Die KI-Falle

Eine Untersuchung von Rossiter analysierte 2 300 von KI generierte Literaturangaben. 71 Prozent waren fehlerhaft: falsche Autorenangaben, falsche Jahre, oder vollständig erfunden.

Das Tückische ist die Optik. Eine erfundene Quelle sieht besser aus als eine echte, weil sie auf deine Anfrage hin optimiert wurde. Sie hat einen plausiblen Titel, einen glaubwürdigen Autorennamen und passt thematisch perfekt. Genau deshalb übernimmt man sie ungeprüft.

Bei einer Matura-Arbeit trifft das härter als in einem späteren Studium, aus einem einfachen Grund: du präsentierst sie vor einer Prüfungskommission und diskutierst sie. Eine Frage zu einer Quelle, die du nie geöffnet hast, lässt sich in dieser Situation nicht überspielen.

Sophie, achte Klasse AHS, hatte für ihre Arbeit über Jugendsprache in sozialen Medien acht Studien über einen Chatbot gefunden. Sechs existierten. Zwei nicht. Aufgefallen sind sie nicht der Betreuungslehrerin, sondern ihr selbst, zwei Tage vor der Abgabe, beim Versuch eine davon zu zitieren. Sie hat beide gestrichen und das Kapitel umgebaut. Das kostete einen Abend. Zwei Wochen früher gefunden wäre es eine halbe Stunde gewesen.

Wie sich solche Einträge erkennen lassen, steht unter [halluzinierte Quellen von ChatGPT](https://acurio.ch/blog/chatgpt-halluzinierte-quellen). Was du zur KI-Nutzung angeben musst, steht unter [Eigenständigkeitserklärung und KI](https://acurio.ch/blog/eigenstaendigkeitserklaerung-ki).

> **Wenn deine Recherche KI enthielt:** Prüf zuerst, ob es die Quellen gibt, dann was sie sagen. Die Existenzprüfung für ein ganzes Verzeichnis dauert Sekunden. [Verzeichnis jetzt prüfen →](https://app.acurio.ch/quick-check?lang=de&utm_source=blog&utm_medium=body_cta&utm_campaign=abschliessende-arbeit-vwa-zitieren)

## Dein Prüfablauf vor der Abgabe

### Schritt 1: Trennen (3 Minuten)

Geh dein Verzeichnis durch und markiere jeden Eintrag:

- **G** = gelesen. Du hattest den Text offen.
- **Z** = zweite Hand. Aus einer Liste, einer Fussnote, einem Chat.

Nur die **Z**-Einträge gehen weiter. Bei einer Matura-Arbeit sind das meist fünf bis zehn.

### Schritt 2: DOI auflösen (5 Minuten)

Jeder **Z**-Eintrag mit DOI: die DOI in `doi.org` eingeben.

- Landet beim richtigen Werk → sauber.
- Landet woanders → Metadaten korrigieren.
- Löst nicht auf → Warnsignal, weiter zu Schritt 3.

Was eine DOI ist und wann sie fehlt, steht unter [DOI, ISBN und ISSN](https://acurio.ch/blog/doi-isbn-issn-quellenangabe).

### Schritt 3: Titelsuche (10 Minuten)

Bücher und deutschsprachige Fachliteratur haben oft keine DOI. Such den **exakten Titel in Anführungszeichen**:

1. Google Scholar
2. Der Katalog deiner Schul- oder Landesbibliothek
3. Der Österreichische Bibliothekenverbund
4. Bei Sammelbänden: Titel des Bandes, nicht des Beitrags

Ein Titel, der in keinem davon auftaucht, existiert mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Vorsicht bei einer Ausnahme: ältere deutschsprachige Werke und Schriften kleiner Verlage stehen manchmal nur im Katalog einer einzigen Bibliothek. Nicht sofort auffindbar heisst nicht automatisch erfunden, aber es heisst, dass du genauer hinsehen musst.

### Schritt 4: Belegstellen gegenlesen (10 Minuten)

Für jede **Z**-Quelle, die du im Text zitierst: Kannst du die Stelle aufschlagen und den Satz finden, der deine Aussage stützt?

Das ist die Frage, die in der Diskussion vor der Kommission gestellt wird. Wer sie vorher für sich beantwortet hat, ist dort entspannter.

### Schritt 5: Text gegen Verzeichnis (2 Minuten)

- Steht jede im Text zitierte Quelle im Verzeichnis?
- Steht im Verzeichnis eine Quelle, die im Text nirgends vorkommt?

Der zweite Fall ist häufiger und sieht nach aufgeblähtem Verzeichnis aus.

## Sonderfall Podcast, Video und Gestaltung

Bei den neuen Formen ist noch wenig standardisiert. Wo die Quellen hingehören, hängt vom Format ab:

| Format | Vollständiges Verzeichnis | Zusätzlich sichtbar | Im Ablauf |
|---|---|---|---|
| **Schriftliche Arbeit** | im Anhang | — | Beleg im Fliesstext |
| **Podcast** | im Begleitdokument | Shownotes | Autor und Jahr laut nennen |
| **Videoreportage** | im Begleitdokument | Abspann, Bauchbinde | Einblendung bei Zitaten |
| **Gestalterisch / künstlerisch** | im Begleitdokument | Werkbeschreibung | Quellen im Reflexionsteil |

Drei Punkte, die für alle Formen gelten:

- **Das Begleitdokument trägt.** Egal was du produzierst, das vollständige Quellenverzeichnis gehört schriftlich dazu, in derselben Form wie bei einer Textarbeit.
- **Bild- und Tonmaterial ist auch eine Quelle.** Musik, Fotos, Archivaufnahmen brauchen Herkunftsangabe und, je nach Nutzung, eine Lizenz. Wie das geht, steht unter [Bilder und Tabellen zitieren](https://acurio.ch/blog/bilder-tabellen-zitieren).
- **Interviews, die du selbst führst,** sind Primärquellen und gehören mit Datum und Transkript dokumentiert. Details unter [Experteninterview zitieren](https://acurio.ch/blog/experteninterview-zitieren).

Klär die genaue Form früh mit deiner Betreuungsperson. Weil hier wenig festgelegt ist, entscheidet die Absprache, und die hättest du gern schriftlich.

## Die Diskussion vor der Kommission

Präsentation und Diskussion dauern zusammen maximal 25 Minuten. Der Diskussionsteil ist der, auf den sich am wenigsten Leute vorbereiten, und der, in dem Quellen zur Sprache kommen.

Drei Fragen, die dort regelmässig gestellt werden:

- **„Wie sind Sie auf diese Quelle gestossen?"** Interesse am Rechercheweg, keine Fangfrage. „Die stand in einer Liste" ist eine schlechte Antwort.
- **„Was genau sagt die Studie?"** Zeigt, ob du den Text gelesen oder nur die Zusammenfassung übernommen hast.
- **„Gab es Gegenpositionen?"** Zielt darauf, ob du die Literatur ausgewählt oder nur gesammelt hast.

Die Vorbereitung dafür kostet zwanzig Minuten: Nimm die drei bis fünf Quellen, die deine zentralen Aussagen tragen, und beantworte die drei Fragen für dich selbst. Wenn eine Quelle bei Frage eins oder zwei ins Wanken gerät, ist das genau die, die du vor der Abgabe noch klären solltest.

## Wenn du danach studierst

Die abschliessende Arbeit ist für die meisten die erste eigene wissenschaftliche Arbeit. Was du hier lernst, trägt direkt weiter: die Bachelorarbeit funktioniert nach denselben Prinzipien, nur länger.

Zwei Gewohnheiten, die sich ab jetzt auszahlen:

- **Quellenangaben sofort erfassen**, nicht am Schluss rekonstruieren. Ein Literaturverwaltungsprogramm nimmt dir das ab, siehe [Vergleich der Literaturverwaltungen](https://acurio.ch/blog/literaturverwaltung-vergleich).
- **Ein Zitierschema wählen und durchhalten.** Welches in welchem Fach üblich ist, steht im [Vergleich der Zitierstile](https://acurio.ch/blog/zitierstile-vergleich).

## Was du mitnehmen solltest

1. **Neu ist die Form, nicht die Belegpflicht.** Ein Podcast braucht dieselben nachvollziehbaren Quellen wie ein Text.
2. **Bis 2028/29 hast du die Wahl.** Arbeit oder zusätzliche Prüfung, das ist eine echte Entscheidung.
3. **Vier Quellenarten fallen weg.** Populärliteratur, allgemeine Lexika, private Webseiten, Arbeiten anderer Schülerinnen und Schüler.
4. **Du musst deine Quellen mündlich vertreten.** Die Präsentation dauert bis zu 25 Minuten, inklusive Diskussion.
5. **KI-Recherche gilt als ungeprüft.** 71 Prozent Fehlerquote ist kein Randfall.

Eine abschliessende Arbeit scheitert selten am Thema. Unangenehm wird sie, wenn in der Diskussion eine Frage zu einer Quelle kommt, die du nie geöffnet hast. Das lässt sich vorher in einer halben Stunde ausschliessen.

**Fang mit dem schnellsten Schritt an:** Kopier dein Quellenverzeichnis in den Quick Check und sieh in zehn Sekunden, welche Einträge sich nachweisen lassen. Kostenlos, ohne Anmeldung.

[Verzeichnis jetzt prüfen →](https://app.acurio.ch/quick-check?lang=de&utm_source=blog&utm_medium=body_cta&utm_campaign=abschliessende-arbeit-vwa-zitieren)


## Häufige Fragen

### Was ist der Unterschied zwischen VWA und abschliessender Arbeit?

Die abschliessende Arbeit hat die vorwissenschaftliche Arbeit mit dem Maturajahrgang 2024/25 abgelöst. Neu ist vor allem die Form: neben der klassischen schriftlichen Arbeit sind auch forschende, gestalterische und künstlerische Zugänge möglich, etwa ein Podcast oder eine Videoreportage. Die Anforderung an die Nachvollziehbarkeit der Quellen bleibt dieselbe.

### Muss ich überhaupt eine abschliessende Arbeit schreiben?

Vom Haupttermin 2026 bis einschliesslich 2028/29 nicht zwingend. In dieser Übergangsphase kannst du statt der abschliessenden Arbeit eine weitere Klausur oder eine weitere mündliche Prüfung wählen. Was für dich günstiger ist, hängt davon ab, ob du lieber über Monate an einem eigenen Thema arbeitest oder eine zusätzliche Prüfung ablegst.

### Gelten bei einem Podcast oder Video dieselben Zitierregeln?

Ja. Die Form der Arbeit ändert nichts daran, dass fremde Aussagen belegt werden müssen. Bei Audio und Video werden die Quellen üblicherweise in einem schriftlichen Begleitdokument und in den Shownotes geführt. Klär die genaue Form früh mit deiner Betreuungsperson, weil hier noch wenig standardisiert ist.

### Wie viele Quellen braucht eine abschliessende Arbeit?

Es gibt keine vorgeschriebene Zahl. Entscheidend ist, dass jede Aussage, die nicht von dir stammt, nachvollziehbar belegt ist, und dass die Quellen zitierwürdig sind. Zehn gut eingesetzte Quellen sind mehr wert als dreissig, die niemand geprüft hat.

### Wie prüfe ich vor der Abgabe, ob meine Quellen existieren?

Für alles mit DOI: die DOI in doi.org eingeben und schauen, ob sie auf das richtige Werk auflöst. Für den Rest: den exakten Titel in Anführungszeichen in Google Scholar und im Bibliothekskatalog suchen. Das ganze Verzeichnis lässt sich auf einmal gegen Kataloge und Datenbanken prüfen.

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Source: https://acurio.ch/blog/abschliessende-arbeit-vwa-zitieren
